Turniere und Meisterschaften 2005 mit dem BSVO

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3D-Turnier in Mortantsch




Von Einem der auszog …
Prolog: 01.04.2005 / 16:30 Hektik bei mir zu Hause – Kunden haben meinen Terminplan komplett verzerrt – nichts ist vorbereitet und mein eingeweichtes Weißbrötchen droht dem Stresshormon Adrenalin zu unterliegen. Arbeitet sozusagen außerhalb der normalen Parameter – wie ein Trackie wohl sagen würde.

20 Minuten später ist wieder alles im Lot – Taschen sind gepackt, Pfeile verstaut und auch der Bogen ist nicht daheim geblieben. Schnell in Richtung Deutsch-Wagram und Gerhard abgeholt. Dieser war auch schon mal entspannter– aber wir schaffen es mit unwesentlicher Verspätung in Richtung einer weiteren Leidensgenossin abzudampfen - Bina. Ausnahmsweise -- man kann es auch als Tribut an Kälte, unsichere Wetterlage und fortschreitendes Alter sehen -- röhren wir nicht als Bikerrotte in Richtung Süden, sondern bequem in einem Van – welch Abstieg!

Aber auch hier finden wir uns schnell wieder in alte Traditionen ein – die Raststation Zöbern beginnt den Fressreigen auf unserer kulinarischen Reise. Wollten wir nicht eigentlich Bogenschießen gehen?

Abends in Mortantsch angekommen meinen wir, die Kellerratten nie verlassen zu haben. Sofort werden wir von Louis mit knusprigem Brot, Schinken und Wein verköstigt, Geschichten werden erzählt, schon jetzt die Scorekarten ausgeteilt und Essensbons ausgegeben, …

Alles also voll durchorganisiert – das Turnier kostet gerade mal 19,50€; mit 29 Zielen und einem kompletten ABENDESSEN nach dem Turnier! WOW – das nenne ich Leistung. Zur Auswahl gibt’s den allseits beliebten Bröselteppich, Rindsbraten und Jägerkotelett. Die Wahl fällt schwer – aber nach ein paar Schilchern entscheide ich mich für das ambientegetreue Kotelett.

Irgendwann gegen 22:00 wirft uns der lange Pusch – auch liebevoll „Cheffe“ genannt - einen energischen Blicke zu und wir brechen mit geringfügiger Verzögerung doch noch auf in Richtung Unterkunft, schließlich wollen wir am Turniertag ja fit sein.


Der Turniertag: 02.04.2005 / 07:45
BIBIBIBIBIIIIEEE!

Mann – so ein Handywecker kann nerven! Nichts desto trotz taumelt mein schlaftrunkener Körper Richtung Dusche – der Rest bleibt liegen. Zumindest bis die Dusche ihre Tücken spielen lässt und statt des erwarteten wohlig-warmen Schauers ein eiskalter Sturzbach über meinen Rücken rinnt. Jetzt bin ich wach!

Eine Landschaft wie Milch und Honig



Angekleidet, Pfeile in den Köcher, Wimmerl hergerichtet und Wasserflaschen aufgefüllt – fertig für den Parcours. Aber halt – fast auf’s Frühstück vergessen. Dank Bina aber noch die Kurve gekratzt und ein paar Kaisersemmerln nebst Schinken, Käse, Marmelade und ein paar Eimer Kaffee weggeschluckt.

Alle sind wohlauf und begierig sich den Gemeinheiten des Parcours zu stellen. Auf zum Turniergelände also.

Dort angelangt empfängt uns gleich unser Betreuer-Team bestehend aus Karl, Doris und Rupert. Ein zweites Frühstück wird eingeworfen und auch die restlichen Mitglieder der Orther Gang treffen ein. Im gesamten also 11 Personen – so ich jetzt keinen vergessen habe.

Der Rattenkeller gleicht einem Bienenhaus

Der Rattenkeller gleicht einem Bienenhaus – 80 Schützen haben sich in Summe angesagt – über 160 werden es dann. Ein voller Erfolg für die Kellerratten also. Trotz des unerwarteten Ansturms brechen keine Lücken in der Organisation auf – keine Ahnung wo Louis die zusätzlichen Schnitzeln, Wurstsemmeln, Torten etc. herzaubert. Mit etwas Verspätung machen sich die einzelnen Gruppen zu ihren Startpositionen auf – Hannes und ich haben die Ehre mit Thomas, Christian und Michael von einem „Nachbarclub“ der Kellerratten auf den Parcours geschickt zu werden. Todernste Kerle sind das – wie sich wenig später herausstellt – knochentrocken und mucksmäuschenstill.

So kommt es auch, dass mein Bruder drei Scheiben weiter den ganzen Tag über genau weiß, wie mein Befinden so ist – bekanntermaßen habe ich ja ein nicht gerade leises Lachorgan und der Schmäh läuft von Anfang an.

Im Laufe des Turniers klettern wir bergauf und bergab, sehen uns unterschiedlichsten Zielen gegenüber die netterweise so manche optische Täuschung ausnutzen.
Highlights sind für mich ein Puma, der hinter einer Geländekuppe steht wobei diese den gesamten Weg zum Ziel verdeckt, sowie ein „Flugziel“ welches mit Fluflu’s geschossen werden muss. Insgesamt drei Labestationen versorgen den Parcours und dieser ist so weitläufig, dass wir außer nach der „Teichstation“ kein einziges Mal auflaufen.
Ach wie schön ist´s nichts zu tun, und vom Nichtstun auszuruh´n!
Stunden später gehe ich bereits wie auf einem Luftpolster – bisher nicht schlecht geschossen und nur noch 5 Ziele bis zum Ziel. Bloß keinen Absturz in letzter Minute – so wie im Irenental. Es gelingt mir tatsächlich die Konzentration zu behalten und auch die letzten Ziele mit Anstand hinter mich zu bringen – 488 Punkte sind es bei der Abrechnung – mein bisher bestes Ergebnis. Schnell für’s Abendessen angestellt – die Schützen treffen nach und nach ein und dank der schnellen Küche bilden sich keine langen Schlangen.
Mein Jägerkotelett ist vom Feinsten und auch die Portion kann sich echt sehen lassen. Nichts desto trotz werfe ich alle guten Vorsätze über den Haufen und muss auch noch von den diversen Kuchen und Torten kosten. Mein Glück – es zeigt sich, dass ich der guten Unterlage später dringend bedarf. Gerüchte breiten sich aus – ein Stockerlplatz wird immer wahrscheinlicher. Bei der Siegerehrung weiß ich’s dann ganz genau – es ist DER Stockerlplatz.
Meinereiner kann ab diesem Zeitpunkt das Grinsen nicht mehr abstellen – gut dass es Ohren gibt – die halten ja bekanntlich die Mundwinkeln auf der Reise um den Kopf auf und verhindern so eine Katastrophe. Schöner Anblick wäre das, wenn die obere Kopfhälfte vor lauter Grinsen herunterfallen würde.

Dankenswerter Weise erklärt sich Kumpane Gerhard bereit, seinen Durst dergestalt einzuschränken, dass er fahrtauglich bleibt und ich mache FEIER-Abend. Während viele noch am Abend aus Mortantsch abreisen, haben wir uns ja noch bis Sonntag einquartiert – unser Expeditionsstopp in der grünen Mark hat uns weiser gemacht. Die Kellerratten lassen sich auch nicht lumpen – der Abend wird feuchtfröhlich und mir schwant Böses für den nächsten Tag. Der Zweigelt Barrique fließt in Strömen und mein Hirn begibt sich auf die Reise in Richtung embryonales Stadium. Nur die zuvor erwähnte gute Unterlage verhindert ein Lall - Desaster.

Spätnächtens hat Gerhard die Ehre einen leicht angeheiterten Beifahrer, zwei kichernde Frauenzimmer und einen Lotsen mit Hang zu katastrophalen Richtungsangaben zur Unterkunft zu chauffieren. Er erledigt diesen Job mit Bravour und so ist weder Blech- noch Personenschaden zu vermelden. Nachspiel: Am Sonntag begibt sich die gesamte Orther Gruppe nochmals auf den Bogen-Trail, der Tag ist einfach zu schön um sofort nach Hause zu fahren. Nachmittags verabschieden wir uns schließlich von den Kellerratten – nicht ohne vorher versprochen zu haben, bald wieder zu kommen. Ich kann nur sagen – jeder der nicht da war, hat echt was versäumt!

Bernhard Mühlbacher
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