Am besten gar keinen!
Das klingt vielleicht hart und herzlos in den Ohren eines Menschen, der gerade vom Bogensport-Bazillus befallen worden ist. Wenn Sie sich noch beherrschen können - und das ist mitunter schwer - kaufen Sie erst mal nichts. Sie kriegen ziemlich sicher einen Bogen, der nicht zu Ihnen passt und Pfeile, die nicht zum Bogen passen.
Am einfachsten ist es, Sie hören sich erst einmal in einem Verein um und probieren, was es alles an Bögen gibt. Die Bogenvielfalt ist so gross, das man mit ziemlicher Sicherheit den Falschen kauft.
Jeder (angehende) Schütze sollte erst mal mit einem sehr leichten Bogen üben. Der Bogensport-Verein Orth stellt seinen Anfängern solche Bögen zur Verfügung. Unsere Übungsbögen sind sehr leicht zu ziehen (ca 22 lbs = pound Zuggewicht) und genau richtig, um den korrekten Bewegungsablauf beim Bogenschiessen zu erlernen. Sie werden nicht nur kraftvolle Muskeln aufbauen, sondern auch einen geschmeidigen, kontrollierten Bewegungsablauf entwickeln.
Trainierte Bogensportler verwenden Zuggewichte um 40 Pfund. Versuchen Sie lieber nicht, mit so einem Bogen anzufangen.
Bei einem Turnier gibt man ca 200 Schüsse ab. Das heisst, man muß seinen Bogen mindestens 200 mal ausziehen. Wenn Sie konstant treffen wollen, müssen Sie den Bogen immer genau gleich ziehen. Wer den härteren Bogen ziehen muß, wird schneller müde, die Schuss-Präzision nimmt ab, die Freude am Schiessen ist dahin.
Ein guter Schütze wird immer den Bogen schiessen, der ihn nicht überfordert. Ein Sprichwort sagt: Lieber eine langsame Zehn als einen schnellen Fünfer.
Die ersten 3 - 4 Wochen genügt 1x pro Woche ca. 30 Min. Der Körper muss erst einmal die richtigen Muskeln aufbauen und das braucht Zeit. Danach kann das Training schon auf 1 Stunde ausgedehnt werden.
Bis der Schütze körperlich halbwegs ausgebildet ist vergehen einige Wochen. Diese Zeit wird von den Anfängern sehr intensiv erlebt: Die Kraft-Ausdauer nimmt zu und das verbesserte Zusammenspiel der Muskelgruppen beim beginnenden Schiesstraining lässt schon die zukünftige Präzision erahnen. Je langsamer die Ausbildung, desto genauer wird der Schussablauf.
In dieser Phase wird ganz besonders auf den richtigen Bewegungsablauf beim Schiessen geachtet. In unserem Verein gilt: Hast du es eilig, dann lass dir Zeit!
Die Pfeile sind die besten, die zu Ihrem Bogen und zu Ihrer Art zu schiessen passen.
Der Pfeil wird als Allerletztes besorgt. Bis dahin verwenden wir Übungspfeile, die jeder Neuling so lange benutzt, bis Bogen und Auszugslänge bestimmt sind und der Schütze seinen eigenen Bogen besitzt.
Erst wenn der Bogen feststeht, den ein Schütze schiessen will, wenn die Auszugslänge und die Zug-Kraft des Bogens ersichtlich ist, geht man daran die Pfeilsorten zu testen und den passenden Pfeil zu bestimmen. Das klingt sehr kompliziert, ist aber relativ einfach, wenn der Bogen und der Schütze aufeinander abgestimmt sind.
Ab einem Alter von 10 Jahren ist auf Grund unserer Erfahrungen das Alter erreicht, in dem sich Kinder den Weisungen freiwillig fügen und diese auch ausführen. Nach oben hin ist dem Bogenschiessen keine Grenze gesetzt. Viele gute Schützen haben erst sehr spät mit dem Bogenschiessen begonnen.
Solange man einen Bogen ziehen kann, ist man in der Lage diesen Sport ausüben. Es gibt Turnierschützen, die 55 Jahre und älter sind. Und das sind Top- Schützen!
Das Erlernen des Bogenschiessens erfordert vom Anfänger nur zwei Dinge: Interesse am Bogenschiessen und etwas Geduld. Disziplin kann auch nicht schaden, aber diszipliniert sind wir doch ohnehin, nicht wahr? Geduld ist deshalb so hilfreich, weil es gerade in der anfänglichen Begeisterung schwer fällt, die kleinen Schritte vorwärts zu tun, die zur meisterhaften Beherrschung von Pfeil und Bogen führen.
Warum nicht?
Man kann so ziemlich alles selbst lernen, auch Klavier spielen, kochen, oder das Lösen nichtlinearer Differentialgleichungen höherer Ordnung. Menschen die diese Frage stellen, haben ihn Ihrem Leben meist sehr viel selbst gelernt. Sie kennen den Unterschied zwischen wirksamem Training und ziellosem Herumgehüpfe nur zu gut. Wenn sie die Wahl haben zwischen Training oder sich-alles-selbst-ausdenken, nehmen sie das Training: Es ist einfacher, geht schneller und spart Nerven.
Die Erfahrung zeigt: Verletzungen sind selten.
Wie in jedem Sport gilt auch hier: Verwenden Sie Ihre Schutzausrüstung: Arm-Schutz, Tab oder Schiesshandschuh und Brustschutz. Diese Ausrüstung sollte auch der Anfänger immer benutzen.
Die einzigen Verletzungen die vorkommen sind Blutergüsse am Unterarm. Die passieren, wenn bei diversen Veranstaltungen von den Betreibern von Bogenständen in Urlaubsorten und bei Fest-Veranstaltungen z.B. kein Armschutz angeboten wird. Wenn der Unterarm nicht in der richtigen Position gehalten wird und die Sehne beim Abschuss über den Unterarm streift, kommt es zu derartigen Verletzungen.
Das gleiche gilt für den Brustschutz. Durch die gestreckte Haltung kann die Sehne über die Brustwarzen (betrifft nicht nur die weiblichen Schützen) streifen, ein Kontakt der äußerst schmerzvoll ist.
Ganz wichtig: Bogenschiessen nur mit der richtigen Ausrüstung! Jeder Verein stellt diese zur Verfügung.
Bogenschiessen kräftigt hauptsächlich die Rückenmuskulatur. Manche Menschen mit schwacher Rückenmuskulatur leiden unter Rückenschmerzen. Eine Kräftigung der Rückenmuskulatur kann Rückenschmerzen lindern oder zum Verschwinden bringen. Verallgemeinern darf man das nicht. Wenn Sie Schmerzen haben, sollten Sie den Arzt Ihres Vertrauens fragen.
Einige unserer Schützen haben festgestellt, seit sie diesen Sport ausüben, haben sie praktisch keine Rückenschmerzen mehr. Bei falschem oder zu intensivem Training am Anfang können sich Schmerzen in der Schulter bemerkbar machen.
Deshalb ist es sehr wichtig: Egal um welchen Sport es sich handelt, nur mit einem guten Trainer ist ein gesunder Trainingsaufbau möglich. Das betrifft auch die Schiesstechnik.
Überstürzen Sie nichts! Bei uns heißt es: Hast du es eilig, dann lass´ dir Zeit!
Je langsamer das Training umso besser der Erfolg!