Staatsmeisterschaft 3Di in St. Johann im Pongau





Die Staatsmeisterschaft 3DI 2005

Lesen Sie die - leider nur lückenhaft rekonstruierte - Abschrift der Live-Obetragung unseres Sonder-Reporters Heinz Knüller von der Staaatsmeisterschaft 3DI im Bogenschiessen aus St.Johann im Pongau. Die originale Übertragung ist leider in den Weiten des Äthers verlorengegangen.


Sprecher: "Wir schalten jetzt nach St. Johann im Pongau, zur 3DI Staatsmeisterschaft im Bogenschiessen, Heinz Knüller, bitte melden!"
Heinz Knüller: "Guten Morgen, meine Damen und Herren, wir melden uns hier live aus St. Johann im Pongau mit dem Finale der 3DI Staatsmeisterschaft im Bogenschiessen.
Das Wetter hier ist ganz passabel, der Himmel ist leicht bedeckt, wir haben mildes Licht, ohne große Hell-Dunkel Kontraste, ideale Rahmenbedingungen also für die Austragung des Finales der österreichischen Staatsmeisterschaften im traditionellen Bogenschießen nach den Regeln der FITA.


Panorama

Die FITA, die internationale Bogensport-Organisation - Bogenschiessen ist ja auch eine olympische Sportart - hat es ja nun endlich geschafft, zu berücksichtigen, dass es eine große Anzahl von Bogenschützen gibt, die nicht nur auf Scheiben schiessen wollen, sondern auch in Wald und Flur ihr Können an Tierattrappen beweisen möchten, sogenannten 3D-Tieren. Diese 3D-Tiere sind aus Kunststoff-Schaum gemacht, damit die Schützen Ihre Pfeile wieder leicht herausziehen können und sie haben eine kleine Tötungs- und eine größere Verwundungszone eingezeichnet.
Die Tierfiguren sind vom Veranstalter entlang eines markierten Pfades im Wald versteckt aufgestellt und werden von den Bogensport-Athleten, die in kleine Gruppen eingeteilt sind, streng der Reihe nach abgegangen und beschossen. Das Besondere an dieser Form des Bogenschießens – die sich im übrigen aus der jahrtausendealten, traditionellen Jagd mit Pfeil und Bogen entwickelt hat, daher erklärt auch die Bezeichnung "traditionelles Bogenschiessen" – ist es ja, aus unbekannter Entfernung auf die Tierattrappe zu schießen. So ein Pfeil fliegt ja nicht einfach auf einer geraden Linie ins Ziel. Er fliegt annähernd auf einer Parabel-Bahn, haben mir die Fachleute erklärt, und je weiter ein Ziel vom Schützen entfernt ist, umso höher muß der Schütze zielen. Die Entfernung zum Ziel richtig einzuschätzen ist für den Schützen daher ganz wichtig, wenn er was treffen soll. Man könnte jetzt einfach einen elektronischen oder einen optischen Entfernungsmesser verwenden, aber das ist ganz gegen die Regeln dieses Sportes und daher streng verboten und auch ganz und gar unsportlich und wird mit dem Ausschluß jedes Schützen aus dem Bewerb geahnded, der mit solchen verboteten Hilfsmitteln erwischt wird. Freilich geht's beim 3Di Bogenschiessen nicht nur darum, die Entfernungen richtig einzuschätzen, auch die Eigenheiten und Tücken des Geländes, in die Schussbahn hinenhängende Äste, der Wechsel von Hell zu Dunkel und auch das Schießen bergauf oder bergab erhöhen für die Bogensportler die Attraktivität dieser Sportart.
Wir kommen zurück zum aktuellen Geschehen, denn jetzt geht es hier los mit denn Finalbewerben: soeben hebt ein Schütze seinen Bogen, zieht die Sehne mit einer fließenden Bewegung Richtung Kinn, konzentriert sich kurz und – er setzt ab.

Blankbogen schiessen ist gesund.

Was ist passiert? Was tut er da? Aha, er nimmt ein Gerät – es sieht aus wie ein eckiges Fernglas, ziemlich groß für ein Fernglas müsste man sagen – von seinem Gürtelhaken, sieht hindurch – und hängt es wieder an den Gürtel. Wir haben das ja früher schon besprochen, Entfernungsmesser sind bei diesen Meisterschaften strengstens verboten – daher muss es wohl etwas anderes gewesen sein. Vielleicht ein Sextant zur Ortsbestimmung, oder ein Windgeschwindigkeitsmesser? Nun hebt er wieder an, zielt und lässt den Pfeil fliegen. Sauberer Treffer – mitten ins Kill, wie die höchste Wertungszone von den Bogesnschützen genannt wird. Bevor der nächste Schütze an die Reihe kommt höre ich, wie diesem Zahlen zugerufen werden. Da es auch untersagt ist, Entfernungsangaben weiterzugeben, kann es sich nur um eine Telefonnummer oder ähnliches handeln. Vielleicht ja auch eine traditionelle Form von Anfeuerungsrufen – so ganz habe ich mich in den Bogenschützenjargon noch nicht eingelebt.



Staatsmeisterschaft 3Di in St. Johann im Pongau, 2005

OrtSt Johann im Pongau
Verein BSC Sagitta
Homepage http://www.bsc-sagitta.at
Ansprechpartner   Herbert Eicher
Tel: 0676 6198036
e-mail h.eicher@sbg.at
Anfahrt beschildert? mäßig
Verpflegung/Infrastruktur Geschützter Bereich im Zelt, warme und kalte Küche, Getränke.
Anzahl und Zustand der Scheiben/3D Ziele 20 3D Ziele in gutem Zustand
Einschieß-Platz 3D Ziele und Scheiben am Parcour-Beginn
3D oder Bilder 3D
Schwierigkeit? Hunde/Kinder... Bequem zu gehen.
Beschilderung der Parcours Gut ausgeschildert, Abschuß-Pflöcke, Nummern.
Attraktivität der Parcours Es waren 2 Parcours zu gehen, einer am Samstag, der andere am Sonntag. Die Schützen wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, die jeweils am Samstag den einen, am Sonntag den andern Parcour gingen. Der Parcour unterhalb der Hütte war einfach fad; 20 Viecher irgendwie aufgestellt, möglicht so, daß verschossene Pfeile entweder nicht mehr zu finden, oder kaputt sind.
Der Parcour oberhalb der Hütte hat mehr Freude bereitet, war interessanter gesteckt.
Gehzeit: jeweils ca 2 Stunden
Distanzen/Abschuß unauffällig, fad.
Seehöhe von bis: Seehöhe, Höhenunterschied ca 30 m.
Sicherheit unzureichend
Pfeil-Verlust/Bruch Wenig brauchbarer Pfeilfang, einiges an Verlust und Bruch.
Flora/Fauna viele Eierschwammerl
Camping Campingmöglichkeit vorhanden, Nachtruhe gestört durch Musik, lautes Geschrei, Kühlagreggat.
Anmerkung: Die Angaben beschreiben den Parcour zur 3Di Staatsmeisterschaft 2005. Den Vereinsparcour des Bogensportclubs BSC Sagitta haben wir noch nicht besuchen können.


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