Bei den Kellerratten in Mortantsch


Ein Keller zeigt an, wie das Wetter werden wird - Die besten Rot- Weiß- und Schilcherweine der Steiermark

Louis von den Mortantscher Kellerratten hat für uns eine riesengroße Garage freigemacht. Nach Stunden im strömenden Regen ist eine trockene Garage der schönste Ort zum Ankommen, den man sich als Motorradfahrer vorstellen kann.

Ende einer Regenfahrt.

Die Bikes stehen sicher am Ständer und die Motoren knacksen leise, während sie auskühlen. Draußen pritschelt der Regen.

Aha, es ist doch sinnvoll, die Hose über den Stiefeln zu tragen!
Anonym
Wie angenehm ist es, sich aus der naß-schweren Rüstung zu schälen und trockene, warme Sachen anzuziehen. Daß die Goretex Handschuhe eines großen deutschen Motorradherstellers nach ein paar Minuten im Regen sowohl außen als auch innen naß sind, sind wir schon gewohnt und bis morgen werden sie schon wieder trocken sein. Christian dreht seine Stiefel einfach um, damit das Wasser herausrinnen kann.

Und – ja da war dann schon das Problem – Louis kredenzte das erste Gläschen Schilcher, um uns auch inwendig so nass zu machen wie außen. Es stimmt ja – die Nässe geht immer nur bis zur Haut – aber das funktioniert auch von innen nach außen, womit nach kürzester Zeit das einzig Trockene an uns wohl eben jene abgestorbene Schicht der Haut war, die im umgangssprachlichen bloß Hornhaut genannt wird. Nach wenigen Viertelstündchen (genau wissen wir’s nicht mehr – es waren auf alle Fälle 4 Gläschen Schilcher), trafen auch die diesjährig Zwangsverhinderten ein: die Physiker unseres Vereins, die unbedingt ihren Faradayschen Käfig mitnehmen wollten..
Entweder die Dunstwolke über dem Keller oder unsere Ausdünstung ließen sie auch gleich das Ziel weiträumig umfahren. Nach einigen Annäherungsversuchen sahen sie jedoch ein, dass ein Anruf bei Louis wohl die Erfolgsquote drastisch erhöhen würde. Anruf getätigt – und da waren sie – keine 50m neben dem gewählten Parkplatz wären die inzwischen ebenfalls zum trocknen abgestellten Krads zu sehen gewesen. So ein Faradayscher Käfig schützt zwar vor allerlei bösartigen Blitzen, jedoch nicht davor, von Blindheit geschlagen zu werden.
Tja – auch Wasser kommt nicht durch so einen Käfig – daher mussten unsere Freunde fortan in einem Zustand des körperlichen Ungleichgewichts fortbestehen – außen trocken und innen nass. Zu fortgeschrittener Stunde – ein paar Flaschen Schilcher später also – versuchten sich die Eiligen aus dem Orther Lande erstmalig in diesem Jahr, in illuminiertem Zustand die Raumstation WIR – ein gar garstig zu bändigendes geodätisches Zelt – im Boden zu verankern und in die vorgesehene dritte Dimension zu hieven.

Raumstation WIR mit Besatzung bei Außenarbeiten an der Verspannung. (Kommendant Bernhard, und die beiden Arconauten Hannes und Christian, v.l.n.r.)

Komisch – am nächsten Tag, am Putterer See sollte die ganze Aktion keine 10 Minuten dauern; aber standen sich auch sechs und nicht nur vier Zelt-Baumeister im Weg.

Gut eingeweicht und dergestalt äußerst bedürftig an fester Nahrung, erkundeten wir gemeinsam die örtliche Gastronomie. Weit brauchten wir nicht zu gehen – eben jene 50m, bis zu dem bereits erwähnten Parkplatz, auf dessen anderer Seite ein freundlich-steirisches Wirtshaus einladend seine Pforten für uns öffnete.
Für Fleischtiger wie uns war es eine Freude zu vernehmen, dass an diesem Abend Grillabend angesagt war.
Ein verführerisch-nahrhafter Duft zog uns an, da brutzelten Spareribs, Bratwürste, und Koteletts über der Glut. Wir hieben ein, bis nichts mehr ging.
Danach war wieder Zeit – um den einen oder anderen Schilcher nachzutanken.

Was brachte uns dazu, dem steirischen Weine gar so zu frönen?

Erstens war da Louis mit seinen Kumpanen – auch bekannt als die Mortantscher Kellerratten.
Während Louis uns mit Anekdoten über die Geschichte des Keller unterhielt, kredenzte der Sommelier der Kellerratten den jeweils zur Epoche oder zum Thema passendenden Wein. Natürlich unterließ es unser Mundschenk nicht, die speziellen Eigenheiten der köstlichen Tropfen zu erklären: "Diesen Schilcher hier können Sie - wenn Sie wollen - kübelweise trinken. Wenn Sie wollen!"
Es war ein richtiger Unterricht, ein Kurs sozusagen, in Sachen Geschichte und Wein, und wir bemühten uns redlich, aufmerksam mitzuarbeiten und möglichst viel zu behalten.

Zweitens war da der Keller, der eine unnachahmliche Atmosphäre vermittelt, mit seinen Bruchsteinwänden, Gewölben, dem Natursteinboden, der trinkerfreundlichen Theke und einem prächtig gefüllten Kühlschrank nebst großem Vorratslager an – SCHILCHER.

Der Keller hat eine lange Geschichte: Erbaut wurde er im 19. Jahrhundert und seine ursprüngliche Bestimmung war die Aufbewahrung von Gemüse und Obst. Überhaupt Obst: Legenden ranken sich um die bunten Früchte und wir müssen nicht bis zu Adam und Eva zurückgehen um zu erkennen: Obst ist etwas Besonderes für die Menschen. Gepresst und vergoren erfreut es das Herz nach des Tages Müh und Plage. Das Destillat, der Geist des Weines ist ein beliebtes Stärkungsmittel - in Maßen genossen freilich; Gießt man sich zuviel Stärkung ein, haut´s einen um. Dann sagt man: Der Geist ist stärker als das Fleisch!

Seit über 100 Jahren ist der Mortantscher Rattenkeller der abendländischen Tradition geistiger Getränke verbunden. Ca 1870 erbaut ist er ein Werk des Menschen. Aber nach so langer Zeit ist der Anteil des Menschen an der Entstehung des Kellers nicht mehr so hervorspringend. Sieht man sich den Aufbau des Bruchstein-Mauerwerks, die Führung der Kräfte über die Gewölbe-Decke, so drängt sich unwillkürlich der Eindruck auf, vor einer geologischen Formation zu stehen, die der Mensch nicht erbaut, sondern nur entdeckt hat, um sie für seine Zwecke zu nützen.

Zu fortgeschrittener Stunde machte uns Louis auf ein interessantes Phänomen aufmerksam: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Feuchtigkeit des Kellerbodens (nein – weder strömten die Wassermassen hindurch – noch war das Dach nebst dem über dem Keller gelegenen Geschoß undicht) und den im Freien zu vermeldenden Niederschlagsmengen. Regnet es, so sind die Bruchsteinplatten des Kellerbodens feucht und dunkel. Lässt der Regen nach, so entstehen trockene, helle Bezirke am Boden, die umso größer werden, je trockener die Luft im Freien ist.
Kurz zusammengefasst – der Kellerboden ist ein Hygrometer. Erstaunlich – nicht?

Bevor uns die Kellerratten jeglicher Standfestigkeit berauben konnten, traten wir den Rückzug in unsere Raumstation an.

Am nächsten Morgen riss uns das helle Licht eines blitzblauen Himmels energisch aus dem Schlafsack. Noch reichlich schlaftrunken sahen wir uns um. Louis war schon auf und bereitete ein fürstliches Frühstück. Zwar hatten wir weder Brand noch Katzenjammer vom Vorabend zurückbehalten, wohl aber einen alles vernichtenden Appetit.



Mortantsch, das unbekannte Juwel

OrtMortantsch
Verein Die Mortantscher Kellerratten
Homepage Bogensportgruppe Mortantsch - Die Kellerratten
Ansprechpartner Louis Wagner
Tel:  
e-mail  
Anfahrt beschildert?teilweise
GPS-Koordinaten
(WGS64 Format)
 
Anfahrtsplan im Internetz ja
Verpflegung/Infrastruktur Im Gasthof Giesinger (So geschlossen, Tel: 03172 67376) kann man sehr gut essen. Die Mortantscher Festtags-Schnitte sollte man sich nicht entgehen lassen. Liegt praktischeweise gleich über die Strasse, 20 m vom Ausgangspunkt des Parcours entfernt.
Mit etwas Glück kann man im Rattenkeller ganz exquisite Tröpferl verkosten!
Anzahl und Zustand der Scheiben/3D Ziele 28 3D Ziele in gutem Zustand
Einschieß-Platz Zielscheibe am Parcour-Beginn
3D oder Bilder 3D
Anmeldung / Kosten: Anmeldung im Gasthaus Giesinger oder im Rattenkeller
Schwierigkeit? Hunde/Kinder... Größtenteils bequem zu gehen, gibt es wenige steile Abschnitte.
Bei Nässe kann der Waldboden rutschig sein.
In ca 20 Minuten ist man von jedem Punkt des Parcours wieder zurück.
Kurze Hosen verstehen Stechmücken, Bremsen und Brennesseln als Affront gegen die guten Sitten und setzen vereint zum Angriff an.
Beschilderung des Parcours Gut ausgeschildert, Abschuß-Pflöcke, Nummern.
Attraktivität des Parcours Beginnt leicht, steigert sich gegen Ende zu größeren Schwierigkeitsgraden.
Dr Weg verläuft meist im Wald , bergauf-bergab. Idyllische Rast am Fischteich.
Gehzeit: ca 3-4 Stunden zu Dritt
Distanzen/Abschuß Distanzen und Schußwinkel recht variabel.
Seehöhe von bis: ca 500m Seehöhe, Höhenunterschied ca 150 m.
Sicherheit ok
Winterbetrieb  
Pfeil-Verlust/Bruch Der Boden ist eher Pfeil-schonend, die Bäume in der Schuss-Richtung können Pfeile magisch anziehen.
Flora/Fauna  
Camping Louis fragen!
Nachschub:  
Besonderheiten:  



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