Die Expedition 2004 mit dem BSVO


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Prolog



Pläne für die Expedition 2004 - Fixpunkt Putterersee - RHIB - Wer fährt mit auf die EBHC?

Die Expedition 2003 war beendet. Alle Teilnehmer waren wohlbehalten zu Hause angelangt, das umfangreiche wissenschaftliche Material war ausgewertet und die Ergebnisse veröffentlicht. In der Garage standen sich die Motorräder die Reifen platt und die Zelte knisterten leise im Regal.

Die Vorbereitung auf die Hallensaison begann. Schon tauchten die ersten scheuen Fragen auf:
Machen wir wieder eine Expedition?
Ja, wär nicht schlecht...
Wir könnten diesmal etwas weiter weg fahren, bis nach Vorarlberg vielleicht?
Oh ja, die haben auch feine Berge!
Zum Putterersee möcht´ ich aber auf jeden Fall.
Das lässt sich machen, der Putterersee liegt ja am Weg und dann besuchen wir auch den Herbert auf der Spechtensee-Hütte, die Semmelnknödeln mit den Eierschwammerln...
Mal sehen wie sich das mit der Zeitplanung ausgeht...
... und für das Zelt brauch´ ich ein neues Gestänge!
Mehr Pfeile sollte ich auch mitnehmen, als letztes Jahr!


So ging der Winter hin, das neue Jahr kam langsam in die Gänge und plötzlich erschallte ein Ruf wie Blitzesknall und Donnerhall:

Die Europameisterschaft im Bogenschiessen findet 2004 auf der Planneralm statt!

Die Expedition zur EBHC war für uns eine interessante Frage: was macht ein Fita Recurve Schütze auf der Planneralm; ganz einfach, Bogenschiessen! Natürlich, mit einem Traditionellen Bogenschützen kann ich mich nicht vergleichen, schliesslich sind aber auch Compoundschützen anwesend.
Karl Pusch

Und der Termin für die Europameisterschaft lag ausgerechnet in der Woche, in der wir die Expedition machen wollten. Was nun? Sollten wir auf die Planneralm fahren? Sind wir überhaupt gut genug für eine Europameisterschaft? Lassen wir die Expedition ausfallen? Oder bauen wir die Europameisterschaft in das Programm der Expedition ein?
Fragen über Fragen. Was sollten wir tun?
Die Entscheidungsfindung war ein langer Weg und was wir dabei alles erlebt haben, das erzählt dieser Bericht.





Robin Hood is back


Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus - Was heißt RHIB? - In die Grüne Mark

Eines Tages im Frühjahr beklagte Karl das Hinscheiden eines kostbaren, weil wohlgetunten, X10 Pfeiles. Der eine Pfeil hatte den anderen, der bereits in der Zielscheibe stak, durch die Nocke eintretend in eine Form gebracht, die einer Bananenschale nicht unähnlich sah. "Der ist hin", murmelte der Schütze, während die Umstehenden ehrfürchtig das Werk der Zerstörung betrachteten.

Robin Hood
Besen, Besen! Ein X-10 bist' gewesen!

Wenig später gelang das Kunststück auch einem Nachwuchs-Schützen.

Was geht hier vor?

Triumphierend kam er von der Scheibe zurück, einen stark verlängerten Alu-Pfeil in den Händen. "Das ist schon der zweite Robin Hood in kurzer Zeit", sagte Karl, wer schiesst den nächsten?

Dann wurde ein Pfeil in der Zielscheibe gefunden, der niemandem gehörte. Der Pfeil sah ganz gewöhnlich aus; ein Holzpfeil mit grünen Naturfedern und Stahlspitze. Am Schaft war eine Aufschrift zu erkennen. Mit etwas Phantasie konnte man die Zeichen für die Buchstabenkombination "RHIB" ansehen.
Wo kam der Pfeil her, was sollte das alles bedeuten?
Der Beirat für quantenkryptographische Hermeneutik versprach, sich der Sache anzunehmen. (Die Beifügung "quantenkryptographisch" führt der Beirat deshalb, weil man immer ein Quäntchen Glück braucht, um etwas Verborgenes zu erkennen).
Vermutungen gab es viele: "Es soll wahrscheinlich BIER heißen, ist aber verkehrt geschrieben und das E schaut aus wie ein H usw.).

Nach langem Rätselraten fiel einem der jugendlichen Nachwuchs-Schützen etwas auf: Da ist doch diese Europameisterschaft auf der Planneralm, wo ihr hinfahren wollt, oder nicht. Und das Motto der Veranstaltung lautet: Robin Hood is back. Nimmt man die Anfangsbuchstaben von Robin Hood is back, dann kommt genau RHIB heraus.
Robin Hood Is Back, das war also die Lösung des Rätsels! Da passt auch die grüne Farbe der Federn ins Bild. Lincoln-Green war doch die Farbe Robin Hoods.
Ein ehrfürchtiger Schauer durchrieselte die Versammlung. Robin Hood hatte sich uns geoffenbart. Wir mussten ihn suchen und finden!

Die Frage war freilich: Wo und wie?
Wegen des "Wie" war der Beirat sehr bestimmt: Robin Hood ist ein Meisterschütze und als solcher würde er sich uns zu erkennen geben. Schössen wir meisterlich, würde er auftauchen und uns übertreffen. Es hieß also fleißigst zu trainieren. Mit Anfängern, so waren wir uns sicher, würde Robin Hood sich nicht abgeben, und es standen ohnehin ein paar Meisterschaften auf dem Programm.

Bei derart glücklichen Vorzeichen schwoll die Zahl der EBHC-Teilnehmer aus Orth auf sechs an, zwei Zaungäste wollten auch an einem Teil des Expeditionsprogramms mitmachen. Die Teilnehmer an der Expedition 2004 bekamen also die ehrenvolle Aufgabe, neben der wissenschaftlichen Untersuchung und Inspektion ausgewählter Bogensport-Parcours auch noch Robin Hood zu finden; wie immer unter erschwerten Bedingungen, mit Bogen, Motorrad und Zelt.

Doch wo sollten wir mit der Suche beginnen?
Eine rasch durchgeführte Bewertung der näheren Umgebung brachte folgendes Ergebnis:

Trespassers will be eaten!
Das Orther Kampfgelsen-Geschwader
Die Niederösterreichischen Donau-Auen fallen als Aufmarschgebiet aus.


Wien ist als Großstadt kein Aufenthaltsort für einen Robin Hood.
Das Burgenland ist zu trocken und zu wenig bewaldet.
Oberösterreich ist berühmt für seine Industrie.
Die Steiermark, ja, da könnten wir es zuerst versuchen, nennt man sie doch auch die "Grüne Mark" und frische Wälder gibts genug.

Regenmacher unterwegs
Also verfügte sich der mobilste Teil des Orther Expeditionsteams "schnellen Schrittes, die Reise fördernd" zweirädrig motorisiert Richtung Semmering. Richtig begann es auch bald zu regnen und nach der Überschreitung des Semmerings und der Bezwingung des Feistritzsattels schwammen wir mit guter Strömung Richtung Weiz, wo uns Louis von den Mortantscher Kellerratten an der Strasse auflas und ins Trockene brachte.





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