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Stuhlfelden liegt auf ca 790 m Seehöhe im Salzatal, etwas östlich von Mittersill, flankiert von den Kitzbüheler Alpen im Norden
und dem Gebirgszug der Hohen Tauern im Süden. Auf der Strassenkarte sind die meisten Verkehrswege nach Stuhlfelden mit grüner Farbe ausgezeichnet, denn sie führen durch
landschaftlich reizvolle Gebiete. Wer also mit Muse reisen kann, darf schon die Anfahrt nach Stuhlfelden geniessen.
Wir kommen von Silz im Inntal und fahren auf der Bundesstrasse über Innsbruck, Wattens, Schwaz nach Strass im Zillertal. Genussvoll schwingen wir durch die Kurven über den Gerlospass, an den Krimmler Wasserfällen vorbei erreichen wir am späten Nachmittag Mittersill und Stuhlfelden.
Im Gasthof Verwalter gibt uns Herr Steiner einen Überblick über die bogensportlichen Einrichtungen im höchsten Bogendorf Europas: Wir haben zwei 3D-Parcours am Berghang hinter
der Ortschaft: einen "kleinen" mit 14 3D Tieren und einen "großen" mit 30 Zielen. Der "kleine" ist in ca einer Stunde zu bewältigen, gerade recht, wenn man von der Arbeit nach
Hause kommt und noch Lust auf eine Runde Bogenschiessen hat. Für den großen Parcour muß man sich schon vier Stunden Zeit nehmen. Die Ziele am großen Parcour sind meist doppelt ausgeführt, man hat die Wahl zwischen Scheibe oder 3D-Ziel. Hier kommen sowohl Jagd- als auch FITA-Feld-Schützen auf ihre Rechnung. Am Talgrund steht eine FITA-Scheiben Anlage mit Scheiben von 10 bis 90 m zur Verfügung.
Steiners Enthusiasmus ist ansteckend, man spürt, der Bogensport liegt ihm sehr am Herzen. Wir freuen uns schon riesig auf Morgen, aber vorerst müssen wir einen Zeltplatz finden.
An einem romantischen, kleinen See können wir unsere Zelte aufstellen.
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Bald sitzen wir um ein kleines Lagerfeuer, das rote und gelbe
Funken in den nachtdunklen Himmel stieben lässt. In der Glut zischt und knackt es. Der Nachwind trägt das ferne Läuten der Kuhglocken über die Wiesen.
Belinda ist ganz hingerissen von soviel Romantik:
"Kann ich heute im Freien im Campingsessel schlafen? Da ist es soo gemütlich."
"Aber Belinda", wendet die besorgte Mutter ein, "Du wirst dich fürchterlich verkühlen! Die Nächte in den Bergen sind kalt und in der Früh ist alles nass vom Tau."
"Wann stehen wir morgen auf?", fragt Belinda.
"Um Sieben."
"Soll ich euch in der Früh einen Cappuccino kochen?", bietet Belinda an.
So ein Abgebot kann man nicht abschlagen: "Ja fein, aber vergiss nicht, rechtzeitig aufzustehen!"
In aller Früh sind wir munter - über unserem See
schweben milchig-weisse Dunstschleier. Die Morgensonne taucht die
Berge ringsum in weiches Licht.
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Die Espressomaschine wird befüllt und befeuert. Dampfend zischt und blubbert der Kaffee in die Kanne. Wir sitzen schon um den Frühstücks-Tisch, da erscheint ein verschlafenes Mädchengesicht im Zelteingang.
"Eh, Belinda", tönt es im Chor, "Was ist mit dem Cappuccino, den du uns gestern versprochen hast?"
"Wieso", kommt die Antwort, ganz ohne jede Hast: "Ihr trinkt ja schon Kaffee, da brauche ich doch keinen Cappuccino mehr zu machen!"
So ist das eben: Kein Cappuccino für Frühaufsteher!
Nach dem Frühstück brechen wir unser Lager ab. Im
Gemeindeamt holen wir uns den Übersichts-Plan, entrichten
unseren Obulus und nehmem den Parcour in Angriff. Unmittelbar am
Rand der Siedlung, in bequemer Geh-Entfernung vom Gemeindeamt
liegt der Einschiess-Platz. Nun geht es über den Wiesenrain
bergauf - hier stehen schon die ersten Ziele - ein Bächlein
entlang Richtung Waldrand, wo wir einen nassen Wiesenfleck
queren. Der Schweiss fliesst in Strömen, denn es geht ganz
hübsch bergauf und die Sonne brennt heiß. Entlang des
Waldes führt der Weg dann am Hang entlang weiter, ohne
große Höhenunterschiede.
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Es gibt einige interessante Schüsse steil bergauf oder
bergab. Nur das Pfeile-holen gerät manchmal zur artistischen
Kunstleistung. Ein Sturm hat hier im Wald vor kurzer Zeit
ziemlichen Schaden angerichtet; sogar mächtige Baumriesen
liegen entwurzelt am Boden. Manche Ziele sind nur für
geübte Berg-Fexe zu erreichen. Die FITA Feld-Schützen
freuen sich über die zusätzlich zu den 3D-Tieren
angebrachten Scheiben.
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Im Schatten eines 500 Jahre alten Ahorn-Baumes machen wir Rast und geniessen den herrlichen Ausblick über das Salzatal. Unser kleiner Teich blinkt inmitten der Wiesen wie ein grünschillernder Edelstein. Wir sehen den Golfplatz mit seinen Club-Gebäuden und die Geleise der Schmalspurbahn.
Weiter talabwärts stehen im Indianerdorf vier weiße Tipis für junge und alte Indianer bereit. Im Talgrund erstreckt sich auch der FITA-Platz mit Scheiben auf 10 bis 90 m Entfernung. Schade, daß der Platz nicht gemäht ist; So können wir ihn nicht benützen: Im
hohen Gras würden die Pfeile allzuleicht verloren gehen. Dabei würden wir gerne ausprobieren, ob die Pfeile in der dünnen Höhenluft wirklich höher fliegen, als im
Flachland.
In´s Dorf zurückgekehrt besichtigen wir noch die In-Door Anlage im Keller des Gasthauses Verwalter. Ein Diaprojektor wirft das Bild des gewünschten Zieles - das
können FITA-Scheiben oder Tier-Projektionen sein - auf die Scheibe. Man kann auch auf rasch wechselnde Ziele schiessen. Die Schiess-Entfernung beträgt 16 m, eine ideale Tranings-Gelegenheit wenn´s draussen stürmt und schneit.
| Ort | Stuhlfelden |
| Homepage | Bogendorf.at |
| Ansprechpartner | Heinz Steiner |
| Tel: | 0664/5314181 |
| stones@utanet.at |
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| Anfahrt beschildert? | ja |
| Anfahrtsplan im Internetz | Stuhlfelden |
| GPS-Koordinaten (WGS64 Format) |
47°17'36"N 12°31'65"E |
| Verpflegung/Infrastruktur | Ausreichend gute Wirtshäuser, dem Gasthaus Verwalter anliegend gibt es eine Gemischtwarenhandlung und Trafik. |
| Einschiessplatz? | Gleich am Parcourbeginn, mit Pfeilfang-Netz |
| Anzahl und Zustand der Scheiben/3D Ziele | 2 3D-Parcours mit 28 bzw 14 3D-Zielen, 28 FITA Scheiben am Feldparcour, 18 bis 90 m Scheiben am FITA-Platz. Durchwegs sehr guter Zustand |
| 3D oder Bilder | 3D, zusätzlich auch Feldscheiben |
| Kosten | Erwachsene 12 Euro/Tag (9 Euro ab 14:00 Uhr), Kinder-Ermässigung und Familienkarte |
| Schwierigkeit? Hunde/Kinder... | Anfangs etwas steil, ist der grosse Parcour nicht schwierig zu gehen. Die 3D Ziele sind allerdings manchmal schwer zu erreichen, das ist etwas für die Klettermaxen. Es gibt Kühe am Parcour. |
| Beschilderung des Parcours | Wenig beschildert, einige Abschuß-Pflöcke, keine Nummern. Der Plan ist sehr gut. |
| Attraktivität des Parcours | Die Kombination - 3D-Tiere und Feldscheiben - fördert das Miteinander von traditionellen und FITA-Schützen. Kaum Gefahr des Pfeil-Bruchs. Sehr sonnig, trocken, traumhafte Aussicht, interessante Flora. |
| Distanzen/Abschuß | sehr variabel |
| Seehöhe von bis | ca. 800 |
| Sicherheit | ja |
| Pfeil-Verlust/Bruch | wenig |
| Flora/Fauna | Reiche Gebirgs-Flora, Himbeeren, Brombeeren, Eierschwammerln. Sogar eine scheue Kreuzotter wurde gesichtet. |
| Camping | Tipis im Indianerdorf, "wild" am See. |
| Nachschub | Fast "rund um die Uhr" im Gasthaus Verwalter mit Geschäft und Trafik |
| Bogen-Sport Material | Leihbögen, kleine Auswahl an Pfeilen und Zubehör im Pro Shop im Gemeindeamt. |
| Besonderheiten | In-Door Bogenschiess-Anlage im Keller Gasthaus Verwalter, mit Dia-Animation |