Planneralm

...und ziehen mit dem Bogen durchs Moor
Der Wettertest – Gasthof mit Variete – Erste Kurven – Wir erklimmen das Gebirge

Wieder zurück bei der Hütte übten wir uns im Aufzäumen unserer Benzinpferde. Was wir zu Hause in Stunden aufmontiert hatten, wollte nun in kurzer Zeit wieder auf die Gepäckträger verteilt werden.
Günther vom Bogensport-Verein Helfenberg kam noch auf einen Sprung vorbei und amüsierte sich königlich über unsere isometrischen Übungen mit den vielen Gummispannern.

Günther amüsiert sich

Wider Erwarten gelang die Aktion in akzeptabler Zeit und wir machten uns auf den Weg īgen Süden Richtung Planneralm.
Scheinbar war Petrus mit der Reinlichkeit unserer Ausrüstung nicht zufrieden und drehte den Wasserhahn wieder auf - vielleicht gab's aber auch nur einen himmlischen Rohrbruch. Auf alle Fälle wurde unsere Ausrüstung einer feuchten Belastungsprobe unterzogen. Deutlich zu feucht für meine bequemen, ausgelatschten Boots, die schon nach einer Stunde den Durchwaschgang anstellten. Aber wieder einmal konnte ich feststellen: weiter als bis zur Haut dringt das Wasser nicht vor.
In der Gegend von Schlierbach (weit-berühmt der wohlschmeckenden, Aroma-intensiven Käse wegen) kehrten wir bei einem guten Landgasthof zum Mittagessen ein (ich zog eine feuchte Spur hinter mir her). Die Wirtin trommelte gleich die ganze Belegschaft zusammen, damit sie uns bediene. Wir ließen uns auch nicht lange bitten und verzehrten mit bestürzendem Appetit die aufgetischten Schmankerln. Die Bedienung war auch wirklich sehr aufmerksam, der geniale Kellner mit seiner lustigen Art war besonders amüsant. Dieser Gasthof ist eine Fahrt durch strömenden Regen wert! Nach dem schwarzen Kaffee - um den Kreislauf nach üppigem Essen wieder auf Vordermann zu bringen -, ging's weiter.

Aus den Hügeln ins Gebirge

Gerhard nützte die ersten ernsthaften Kurven und Serpentinen unserer Tour um zu zeigen, dass man diese anders fährt, als wir ungeübten Flachlandcowboys es bisher getan hatten. Nach zwei Kurven hörten wir nur noch den Motor seines Feuerpferdchens schreien - zu sehen bekamen wir ihn erst wieder am Ziel.
Pünktlich um 16:00 Uhr stellten wir die Bikes vor unserem Quartier auf der Planneralm ab und wurden vom Hausherrn Heinz Lackner persönlich in Empfang genommen. Schnell war das Zimmer bezogen und - nachdem der himmlische Klempner seine Sache scheinbar gut gemacht hatte - es goß nicht mehr -, beschlossen wir, den Parcours noch an diesem Spätnachmittag kurz anzutesten. Wir schafften die Hälfte der Ziele bevor wir in der hereinbrechenden Dämmerung umkehrten. Das Abendmahl wurde durch stramme Haltung ersetzt und wir sanken in einen friedlichen Schlummer.



Ein vorsichtiger Blick nach dem Wetter im Morgengrauen zeigt uns: kein Regen. Wir springen in die Bergschuhe und eilen ins Freie. Heute wollen wir sehen, wie sichīs im Gebirge schiesst.
Der Start ist ja nicht zu verfehlen, es geht einen schönen Weg hinauf, gesäumt von Laternen, denn im Winter verläuft hier die Rodelbahn. Was so schön beginnt setzt sich auch so fort: Die ganze Anlage auf der Planneralm ist mit Liebe und Sachverstand angelegt und professionell betreut. Und wir können uns heute wieder einmal richtig austoben, da ist für jeden Geschmack was dabei.

zwei Drittel der Expedition im Bild, ein Drittel muß die schwere Kamera halten

Es geht durch lichten Bergwald mit Wetter-zerzausten Fichten, über zerklüftete Bachläufe mit kristallklarem Gebirgswasser, ein Hochmoor und weich federnde Almwiesen, die jeden Schritt verschlucken.



Vom Wasser haben wirīs gelernt!

In 3-4 Stunden sollte auch der ungeübteste Großstadtindianer den Parcours bewältigt haben. Es ist einfach wunderschön, interessant und abwechslungsreich. Im Hochmoor liegen Leiterstege auf dem Moos, damit wir die Vegetation nicht achtlos zertrampeln. In den steileren Passagen hat Heinz Lackner meist Steinplatten verlegt, so daß man bequemer und ohne Rutsch-Gefahr gehen kann.
Aufpassen muss man nur auf frei umherlaufende Touristen, die unbedingt ausprobieren wollen wie es ist, gegen die Schussrichtung auf einem Bogensport Parcours herumzuspazieren. An der Beschilderung liegt es sicher nicht! Aufgrund der Schusspositionen ist aber auch dies kein Problem, die Ziele sind immer gut einsehbar und weit seitlich vom Weg.



Seltener Gebirgsfrosch im braunen Sonntagsanzug Übers Hochmoor

Dieser Tag sah bereits ein deutlich besseres Trefferergebnis - der Jagdinstinkt war erwacht. Und dies trotz der von uns gefürchteten steilen bergauf- bzw. bergab Schüsse, welche zu üben wir in Orth mit einer maximalen Erhöhung des Geländes von 5 Metern keine Gelegenheit haben.


Warte nur ein Weilchen, gleich kommt der Jäger mit dem Pfitschipfeilchen!
Planneralmbär (ursus plannerensis)
Das Zwei-Horn, gut genährt auf Sommerfrische

Auch unser Fabeltier, das weiße Zwei-Horn, treffen wir wieder. Es ist gut genährt, die Sommerfrische auf der Planner-Alm scheint ihm gut zu bekommen.
Wir legen uns auch ein bischen faul auf den weichen Almboden mit den Büscheln von weißem Wollgras, die im Wind nicken. Hier istīs gut sein, auf der Planner-Alm, da kommen wir wieder!

Planneralm, das Panorama
Planneralm, im Panoramablick

Ort Planneralm
Verein BSV Ennstal
Homepage www.bogenschiessen.at/
Ansprechpartner Heinz Lackner
Tel: 03683/8175
e-mail lackner@planneralm.at
Anfahrt beschildert? teilweise
Anfahrtsplan im Internetz ja
GPS-Koordinaten
(WGS64 Format)
47°24'22"N
14°11'96"E
Verpflegung/Infrastruktur Jugend- u. Familiengästehaus Lackner mit Ewi's Hütte
Einschiessplatz? ja
Anzahl und Zustand der Scheiben/3D Ziele 30 3D Ziele in gutem Zustand
3D oder Bilder 3D
Kosten Erwachsene 10 Euro, Kinder 5 Euro
Schwierigkeit? Hunde/Kinder... Die Steige sind sehr gut präpariert. Es gibt ein paar steilere Passagen, meist mit Steinplatten treppenförmig befestigt. Der Weg durch das Hochmoor ist aufwändig mit Holz-Rosten versehen. Gute, wasserdichte Schuhe sind wichtig, an fliessendem Wasser ist auf der Planneralm kein Mangel.
Beschilderung des Parcours Gut beschildert, Abschuß-Pflöcke, Nummern.
Attraktivität des Parcours Erlebnisreicher Rundgang durch lichten Bergwald und Hochmoor
Gehzeit: ca 3 Stunden
Distanzen/Abschuß Distanzen recht variabel, einige Weitschüsse
Seehöhe von bis um 1600 bis 1700 m
Sicherheit ok
Winterbetrieb Nein, im Winter können wir auf der Planneralm Schi fahren und rodeln. Der 3D-Parcour ist von Mitte Juni bis Oktober in Betrieb.
Pfeil-Verlust/Bruch Verschossene Pfeile können im Moor spurlos verschwinden. Pfeilbruch durch Steine im Rahmen des Üblichen.
Flora/Fauna Massenhaft Heidelbeeren.
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