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Nachdem wir auch das letzte wilde PVC erlegt hatten, machten wir uns wieder daran, unser Gepäck zu verstauen. Neue Rekordzeit - jeder Handgriff saß, als wären wir bereits Wochen unterwegs.
Durch Gerhards Blitzeinweisung in Kurvenfahrtechnik angespornt, versuchten wir diese auch umzusetzen. So wurde aus meiner Seven-Fifty eine gefallene Lady - der Schotter einer Kurve gepaart mit ungeübter Kurventechnik ging eindeutig über die Haftgrenze der solcherart strapazierten Reifen. Durch Koffer, Sturzbügel und reichlich Leder geschützt geschah mir nichts (sehr zur Erleichterung einer einheimischen Dame, welche sich ganz besorgt nach meinem Befinden erkundigte, nachdem sich die Staubwolke gelegt hatte). Ich sprang auf und meine erste Sorge galt meinem Bogen - nichts passiert - er befand sich auf der oben liegenden Seite meines Krads. Dass ich mit diesem fahrtechnischen Stunt für das Gespräch und den Spott der nächsten Tage gesorgt hatte, brauche ich wohl nicht weiter zu betonen.
Weiter ging's Richtung Lienz - und der Großglockner lockte als Highlight dieses Fahrtages. Nein - ein zweites Mal habe ich meine Maschine nicht auf den Asphalt gelegt - die weiteren Fahrtechnik-Instruktionen von Gerhards Seite fielen auf fruchtbaren Boden und die Hochalpenstraße wurde zum reinen Fahrgenuß.
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Allerdings lernt man sportlich-sicheres Fahren nicht an einem Tag - jeder Nerv in mir schrie nach Erbarmen, wenn die Kurvenlage sich wieder einmal auf über 30° aus dem Lot erhöhte, und trotz aller meiner Bemühungen war es mir nicht möglich, Gerhard auch nur ansatzweise Paroli zu bieten. Was nicht heißt, dass er wie ein Wahnsinniger den Glockner hinaufröhrte - ganz in Gegenteil - er war um einiges sicherer unterwegs als manche PS-strotzenden Supersportler, die vor lauter Kraft kaum um die Kurven kamen. Für uns Bergneulinge war es am Hochtor lustig zu sehen, wie den Superprofis die Verblüffung ins Gesicht geschrieben stand, nachdem sie versucht hatten, mit Gerhards hoch-bepackter F650 Schritt zu halten.
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Aus der feuchtkalten Nebelsuppe stocherten wir durch den engen, finsteren Tunnel zum Sonnenlicht am Hochtor.
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Auf trockener Strasse gings hurtigen Schrittes Richtung Heiligenblut (wo ich erstmals bei einem Sharan eine glühende und schwer qualmende Bremsanlage zu Gesicht bekam) und weiter nach Lienz. Nach einem Anruf bei unseren Lienzer Bogensportfreunden ging's gemäß Erklärung weiter Richtung Tristach und schließlich zum Kreit-Hof.
Das Glück war uns hold - wir platzten mitten in eine Feier, die die Lienzer Bogenschützen zu Ehren ihrer frischgekürten Weltmeisterin im 3D Langbogenschießen ausrichteten.
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Ehe wir uns versahen, waren wir in die Runde der Feiernden aufgenommen - ja geradezu aufgesogen.
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Tische und Bänke bogen sich unter der Last der Speisen und Getränke.
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Wer mit den Lienzer feiern will muß eine gute Kondition haben. Speziell die Lachmuskeln werden besonders beansprucht.
Zum Glück hatten wir unsere Sinne noch so weit beisammen, dass wir die Zelte vor Einbruch der Dunkelheit aufstellten - in jenem Zustand, in welchem wir uns spät nächtens zu selbigen schleppten, wären wir wohl dazu verdammt gewesen, ohne Zelt unser Auslangen zu finden. Unsere Gastgeber mögen uns verzeihen, dass wir in der Aufregung des Abends keine sehr scharfen Fotos geschossen haben
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Mitten in den Dolomiten gelegen, bietet dieser Parcours ein sehenswertes Panorama.
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Allerdings merkt man auch, dass hier gar meisterliche Schützen beheimatet sind: extreme Steilschüsse (nein - eine natürliche Hanglage von 60° reicht nicht - da muß noch ein Hochstand oben drauf),
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statt einer Wildsau ein Ferkel, ein Bison auf mindestens 1000m *fg.
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Die Ausschilderung kann nur als vorbildlich bezeichnet werden, ebenso wie die Sicherung des durchaus anspruchsvollen Weges.
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Sehr praktisch empfanden wir auch die künstlerisch gestalteten Wegweiser aus dauerhaftem Schmiedeeisen.
Dies ist mit Sicherheit der anspruchsvollste Parcours, welchen wir auf unserer Tour kennengelernt haben, was aber für einen passionierten Sportler kein Hindernis darstellen sollte. Eine Wiener Durchschnittsfamilie wird wohl vorzeitig am Quengeln der Kinder scheitern, für jeden Bogenschützen mit Engagement ist dieser Parcours allerdings ein Genuss, wenn er in der Nähe Urlaub macht.
Wichtig zu erwähnen scheint mir auch, dass die bewegten Ziele dank technisch durchdachter Konstruktion auch für Einzelschützen ohne Probleme handhabbar sind.
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Nachdem uns der Parcours bewältigt hatte und wir beim Kreit-Hof im Gastgarten erfrischende Getränke zur Wiederbelebung einnahmen, dauerte es nicht lange, und unser Vereinsoberhäuptling nebst Familie fand sich bei uns ein. Die nächsten paar Tage wollten wir gemeinsam reisen.
Also auf auf - Richtung Stams.
Da Familie Pusch per Benzinkutsche unterwegs war, erschien es logisch, getrennter Wege zu fahren, da Asphaltritter bekanntlich jede Form von Hochgeschwindigkeitsbetonstrecken tunlichst meiden. Also los - den Hintern wieder in den Sattel geschwungen und zügigen Schrittes in - den nächsten Stau
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In den italienischen Dolomiten durften wir feststellen, dass nicht nur die österreichischen Straßenbaumeister es zur Kunst gemacht haben, Baustellen zur Hauptreisezeit wie Pilze zu züchten. Irgendwann des Weges wurde es einem von uns so heiß, dass er sich in voller Montur unter die Gartenbewässerungsanlage nahe der Straße stellte. Aber Motorräder haben ja einen ungemeinen Vorteil - selbst bepackt wie Mulis sind sie deutlich schmäler als Benzinkutschen und so war es uns möglich, trotz Stau relativ zügig voranzukommen. Ab Bruneck war die Straße praktisch frei und die Fahrt wurde wieder zum Vergnügen. Am Brenner noch ein kurzer Einkaufsstopp - und weiter nach Stams.
| Ort | Lienz |
| Verein | HSV Lienz |
| Homepage | www.bogensport-osttirol.at |
| Ansprechpartner | Walter Seiwald |
| Tel: | ++43/(0)4852/6695-102 |
| bogensport.lienz@aon.at | |
| Anfahrt beschildert? | teilweise |
| GPS-Koordinaten (WGS64 Format) |
46°47'91"N 12°49'13"E |
| Anfahrtsplan im Internetz | ja |
| Verpflegung/Infrastruktur | Gasthof Kreithof, direkt am Ausgangspunkt des Parcours |
| Anzahl und Zustand der Scheiben/3D Ziele | 30 3D Ziele in gutem Zustand |
| 3D oder Bilder | 3D |
| Kosten | Erwachsene 6 Euro pro Tag |
| Schwierigkeit? Hunde/Kinder... | Kletterfest, sicherer Tritt erforderlich |
| Beschilderung des Parcours | Hervorragend beschildert, Abschuß-Pflöcke, Nummern. |
| Attraktivität des Parcours | Sportlich wertvoll (Weltmeisterinnen sind kein Zufall!) |
| Gehzeit: | ca 3-4 Stunden zu Dritt |
| Distanzen/Abschuß | Distanzen und Schußwinkel recht variabel, der Bison ist weiter weg, als man glaubt |
| Seehöhe von bis | um 1000 m, Differenz ca 70 m |
| Sicherheit | ok |
| Winterbetrieb | ja |
| Pfeil-Verlust/Bruch | Ja |
| Flora/Fauna | Heidelbeeren Erdbeeren, gutes Potenzial für Himbeeren in den kommenden Jahren |
| Camping | Campingplatz im Tal |
| Nachschub: | Bogensportmaterial gibts beim Moser in Dölsach |
| Besonderheiten: | Sich bewegende Ziele in den Felswänden sind keine 3D-Tiere sondern Kletterer. Bitte nicht runterschiessen! |